Der vorletzte Wettkampf dieser Saison hieß Ironman 70.3 in Wiesbaden, eine Mitteldistanz quer durch den Rheingau - Taunus.
Geschwommen wurde im Hafenbecken von Schierstein. Entlang an den Jachten ging 950 Meter in die eine Richtung und dann wieder die gleiche Strecke zurück. Ich startete in der vierten Startgruppe des Tages (AK 30-34 der Männer) und wie immer gab es zum Start ordentlich Prügel. Irgendwas habe ich auch auf die Brille bekommen (kann nicht sagen ob es ein Fuß oder eine Hand war) aber die ist ja Gott sei Dank am Ansatz zu den Augen weich. Das Schwimmen ging ganz ordentlich, lediglich eine ganze Menge Algen im Wasser waren etwas nervig da man sie ständig zwischen den Fingern oder im Gesicht hatte. Am Ende des Schwimmens hatte ich 39 Minuten und 12 Sekunden auf der Uhr stehen, was eine Zeit von 2:04 darstellt. Wo ich die Zeit liegengelassen habe weis ich bis jetzt nicht denn eigentlich sollten gute 35 Minuten drin sein.
Weiter ging es in der vierten Disziplin, dem Wechsel - genauer gesagt dem Wechsel aufs Rad. Hier habe ich eine der langsamsten Wechsel des gesamten Feldes hingelegt. Aber das macht nichts, dafür hatte ich alles an wie ich es haben wollte, denn die Bedingungen der Radfahrt über 90 km bei 17°C sprechen nicht für Einteiler, viel eher für ein komplettes Radoutfit. Da ich allerdings nicht komplett umziehen wollte hab ich mir dann lediglich Socken, Armlinge und Windweste angezogen. 6 Minuten 30 Sekunden sind hierfür ins Land gegangen, dafür habe ich aber beim Radfahren nicht gefroren - und das ist eine echt gute Sache gewesen.
Beim Radfahren lief es eigentlich soweit ganz ok. Durch den Regen und die Temperaturen war es recht kalt, aber Armlinge und Windweste sorgten dafür dass es erträglich blieb. Von der Geschwindigkeit her wollte ich nicht zu schnell fahren da ja vier Berge mit insgesamt 1500 Höhenmeter anstanden. Dennoch war das Rennen wieder wie üblich. Rückstand im Wasser, überholen auf dem Rad. Sowohl in den Flachstücken als auch Bergauf habe ich reichlich Leute überholt, die meisten davon auf Zeitfahrrädern. Es scheint also ganz so zu sein, dass das Rennrad die richtigere Wahl für diese Strecke war. Bergab waren die gefährlichen Stellen gut ausgezeichnet bzw. mit Strohballen abgesichert. Nach 3 Stunden und 10 Minuten kam ich wieder in Wiesbaden an.
Auch beim zweiten Wechsel des Tages hatte ich mir eher Zeit gelassen. 4 Minuten 49 Sekunden hat es gedauert die Radsachen auszuziehen und Kompressionssocken und Laufschuhe anzuziehen. Schnell ist was anderes. Also, wenn jemand einen Trick kennt wie man diese verflucht engen Socken schnell anbekommt sagt es mir bitte :-)
Beim Laufen hatte ich mir für diesen Wettkampf vorgenommen ein relaxtes Tempo zu wählen und mich auf keine Wettrennen mit andere Athleten einzulassen. Diese Taktik war an die richtige für mich. So lief ich konstant an der 5 Minuten Marke, hatte keinerlei Probleme mit Krämpfen und konnte erneut eine ganze Menge andere Athleten überholen. Am Ende blieb die Uhr beim Halbmarathon bei 1:48 stehen, also 5 Minuten 8 Sekunden pro km. Für ein "wohlfühl"-Tempo bei einem Triathlon sehr ok.
Insgesamt war ich damit 5 Stunden und 49 Minuten unterwegs und bin mit meinem 699. Platz sehr zufrieden, denn gerade im Vergleich zur Kraichgau Challenge (die Zeiten sind leider nicht vergleichbar) liegt die Platzierung doch deutlich besser im Verhältnis zum Feld bei weniger Problemen und Anstrengung. Wenn das Wetter jetzt noch 22°C bedeckt gewesen wäre, wäre der diesjährige Ironman 70.3 sicher das perfekte Rennen gewesen. Aber auch so, war es auf jeden Fall eine Fahrt nach Wiesbaden wert.
In zwei Wochen geht's dann beim letzten Rennen der Saison in Schifferstadt an den Start - und ab dann heißt es Frankfurt, ich komme :-)

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